Beschäftigung

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Beschäftigung

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Be|sch√§f|ti|gung [b…ô' É…õft…™g äŇč], die; -, -en:
1. das Sichbeschäftigen (mit etwas):
durch jahrelange Beschäftigung mit diesem Thema kennt sie sich damit wirklich gut aus.
Zus.: Freizeitbeschäftigung, Lieblingsbeschäftigung.
2.
a) Tätigkeit:
den Kindern eine sinnvolle Beschäftigung geben.
b) Arbeitsplatz, Anstellung:
eine Beschäftigung suchen; ohne Beschäftigung sein.
Syn.: ‚ÜĎ Arbeit, ‚ÜĎ Job (ugs.), ‚ÜĎ Stelle, ‚ÜĎ Stellung, ‚ÜĎ T√§tigkeit.
Zus.: Dauerbeschäftigung, Ferienbeschäftigung, Ganztagsbeschäftigung, Halbtagsbeschäftigung, Hauptbeschäftigung, Nebenbeschäftigung, Teilzeitbeschäftigung, Vollzeitbeschäftigung.

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Be|sch√§Ő£f|ti|gung ‚Ć©f. 20‚Ć™
1. Beruf, Arbeit, Tätigkeit
2. das Sichbeschäftigen, Betätigung, Zeitvertreib
3. das Beschäftigen, Anstellen
‚óŹ die \Besch√§ftigung weiterer Arbeitskr√§fte; einer \Besch√§ftigung nachgehen; eine \Besch√§ftigung suchen; bisherige \Besch√§ftigung (auf Fragebogen); dauernde, geregelte \Besch√§ftigung; die \Besch√§ftigung mit der engl. Sprache das Studium der engl. S.; die \Besch√§ftigung mit diesem Thema das Nachdenken √ľber dieses T.; ohne \Besch√§ftigung sein

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Be|sch√§Ő£f|ti|gung , die; -, -en:
1.
a) T√§tigkeit, mit der man seine Arbeits- od. Freizeit ausf√ľllt:
eine zeitraubende B.;
jmdn. bei/in seiner B. stören;
f√ľr B. ist gesorgt (scherzh.; an Arbeit wird es nicht fehlen);
b) bezahlte Tätigkeit, berufliche Arbeit:
eine lukrative B. finden;
seiner B. nachgehen;
ohne B. (arbeitslos) sein.
2. <o. Pl.> das ‚ÜĎ Sichbesch√§ftigen (2 a):
B. mit Fragen der Politik.
3. <o. Pl.> das ‚ÜĎ Besch√§ftigen (3 a), Besch√§ftigtsein; Anstellung:
die B. von Teilzeitkräften;
die B. im Staatsdienst.

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Beschäftigung,
 
allgemein jede berufliche oder außerberufliche Tätigkeit. In der Betriebswirtschaftslehre Ausnutzung der produktionstechnischen Kapazität; in der Volkswirtschaftslehre im weiteren Sinn Einsatz der Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital (Produktionspotenzial), im engeren Sinn Einsatz des Produktionsfaktors Arbeit in einer bestimmten Periode.
 
Das Ausma√ü der Inanspruchnahme der Produktionsfaktoren wird durch den Besch√§ftigungsgrad angegeben. Das Besch√§ftigungsvolumen (Besch√§ftigungsmenge, Besch√§ftigungsniveau) wird erfasst durch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden oder - je nach statistischer Erhebungsmethode - durch die Zahl aller Besch√§ftigten (Personen, die in Betrieben, Unternehmen oder Arbeitsst√§tten t√§tig sind und entweder in einem Arbeitsvertrags- beziehungsweise Dienstverh√§ltnis oder in einem Eigent√ľmer-, Miteigent√ľmer- oder Pachtverh√§ltnis zu diesen Organisationen stehen), die Zahl aller Erwerbst√§tigen, aller abh√§ngig besch√§ftigten Arbeitnehmer oder aller sozialversicherungspflichtig besch√§ftigten Arbeitnehmer (d. h. Arbeiter, Angestellte und Auszubildende, die in der gesetzlichen Sozialversicherung pflichtversichert sind). Da in den 80er-Jahren in einigen Industriestaaten die Besch√§ftigtenzahl trotz hoher Arbeitslosenquote gestiegen ist (v. a. bedingt durch ¬Ľgeburtenstarke¬ę Jahrg√§nge, steigende Frauenerwerbst√§tigkeit, Zuwanderung), betrachtet man das Besch√§ftigungsvolumen neben der Arbeitslosenquote als Erfolgsindikator der Besch√§ftigungspolitik.
 
Entsprechen sich Arbeitskr√§fteangebot und -nachfrage in Niveau und Struktur, spricht man von Vollbesch√§ftigung. Dies setzt theoretisch voraus, dass jeder, der zum herrschenden Reallohnsatz Arbeitskraft anbietet, auch eine Besch√§ftigungsm√∂glichkeit findet, sodass gesamtwirtschaftlich das angebotene Arbeitsvolumen vollst√§ndig nachgefragt und f√ľr die Produktion genutzt wird (Gleichgewicht am Arbeitsmarkt). Vollbesch√§ftigung ist somit gleichbedeutend mit vollst√§ndiger Inanspruchnahme des Erwerbspersonenpotenzials (unter Einbeziehung des Faktors Kapital auch des Produktionspotenzials). Als wirtschaftspolitisches Ziel ist die Erreichung und Sicherung der Vollbesch√§ftigung unbestritten. Die relativierende Bezeichnung hoher Besch√§ftigungsstand in ¬ß 1 Stabilit√§tsgesetz weist allerdings darauf hin, dass Vollbesch√§ftigung eine bestimmte, wirtschaftspolitisch tolerierbare Arbeitslosenquote mit einschlie√üt, deren H√∂he vom Ausma√ü struktureller und friktioneller Arbeitslosigkeit abh√§ngt und nicht mit konjunkturpolitischen Ma√ünahmen verringert werden kann. Die quantitative Zielvorgabe f√ľr die Besch√§ftigungspolitik ver√§ndert sich dabei auch mit den als realisierbar erscheinenden M√∂glichkeiten. Abweichungen von der Vollbesch√§ftigung signalisieren √úberbesch√§ftigung (√úberstunden, mehr offene Stellen als Arbeitslose) und Unterbesch√§ftigung (Arbeitslosigkeit und unterwertige Besch√§ftigung).
 
Besch√§ftigungspolitik ist die Gesamtheit aller staatlichen Ma√ünahmen, die darauf abzielen, Gleichgewicht am Arbeitsmarkt zu sichern oder wiederherzustellen. Die Notwendigkeit der Besch√§ftigungspolitik ergibt sich formal aus dem Ziel der Vollbesch√§ftigung; ein nichteffizienter Einsatz des Faktors Arbeit bedeutet einzelwirtschaftlich die Gefahr verminderter Einkommen, gesamtwirtschaftlich Wohlfahrtsverluste und Impulse f√ľr eine wachsende Schattenwirtschaft. Der Staat kann besch√§ftigungspolitisch wirken, indem er die Verhaltensweisen der Tarifpartner beeinflusst oder externe und interne St√∂rungen der G√ľter- und Faktorm√§rkte mit prozess- und ordnungspolitischen Ma√ünahmen abzufedern versucht. Tr√§ger der Besch√§ftigungspolitik sind v. a. die nationalen Gebietsk√∂rperschaften und Sonderorganisationen (z. B. Bundesanstalt f√ľr Arbeit). Den Tarifvertragsparteien kommt durch das autonome Aushandeln von Lohns√§tzen, Geh√§ltern und Arbeitsbedingungen eine entscheidende Rolle bei der Realisierung eines Gleichgewichts am Arbeitsmarkt zu. In Marktwirtschaften mit Tarifautonomie greift der Staat daher nur subsidi√§r durch die Besch√§ftigungspolitik in den Arbeitsmarkt ein.
 
Die Besch√§ftigungstheorie als Teilgebiet der Wirtschaftstheorie befasst sich mit den Bestimmungsgr√ľnden des gesamtwirtschaftlichen Besch√§ftigungsvolumens beziehungsweise Besch√§ftigungsgrades mithilfe makro√∂konomischer Modelle; sie geht v. a. auf J. M. Keynes zur√ľck. Je nachdem, ob kurz- bis mittelfristige oder langfristige Gesichtspunkte vorherrschen, bestehen in Besch√§ftigungstheorie und Besch√§ftigungspolitik enge Beziehungen zu den volkswirtschaftlichen Teilgebieten Volkseinkommen und Konjunktur beziehungsweise Wachstum.
 
In der klassischen National√∂konomie und deren modelltheoretischen Erweiterungen in der Neoklassik wird die M√∂glichkeit einer allgemeinen unfreiwilligen Arbeitslosigkeit unter Berufung auf das saysche Theorem geleugnet. Danach kann die volkswirtschaftliche Nachfrage theoretisch nie vom volkswirtschaftlichen Angebot abweichen. Preis-, Lohn- und Zinsmechanismus sorgen daf√ľr, dass die Vollbesch√§ftigung stets als stabiler Dauerzustand erhalten bleibt. Der Monetarismus betont ebenfalls diese langfristige Betrachtung. Kernthese: Langfristig ist der private Sektor einer Volkswirtschaft stabil und im Gleichgewicht; Konjunktur- und Besch√§ftigungsschwankungen werden v. a. auf die kurzfristige staatliche Wirtschaftspolitik (Geld- und Fiskalpolitik) zur√ľckgef√ľhrt.
 
Die Besch√§ftigungstheorie von J. M. Keynes beschr√§nkt sich auf die kurzfristige Betrachtung; volkswirtschaftlicher Produktionsausr√ľstung (Kapitalstock), Arbeitspotenzial, Produktionstechnik, Lohnsatz und Preissystem werden als gegeben vorausgesetzt. Unter dieser Pr√§misse ist die H√∂he der Besch√§ftigung im Gegensatz zum sayschen Theorem von der H√∂he der effektiven Nachfrage abh√§ngig, d. h. von der kaufkr√§ftigen Nachfrage nach Konsum- und Investitionsg√ľtern. Da die Summe aus effektiver Konsum- und Investitionsg√ľternachfrage nichts anderes als das Volkseinkommen darstellt, verschiebt sich die Fragestellung folgenderma√üen: Welches sind die Bestimmungsgr√ľnde f√ľr die H√∂he des Volkseinkommens? Ist die H√∂he des gleichgewichtigen Volkseinkommens determiniert, so ist damit der Besch√§ftigungsgrad einer Volkswirtschaft bestimmt. Dabei kann das Gleichgewichtsvolkseinkommen kleiner sein als das Volkseinkommen bei Vollbesch√§ftigung, da die durch einkommensabh√§ngige Ersparnisse ausgefallene Konsumnachfrage durch zinsabh√§ngige Investitionsnachfrage nicht automatisch ausgeglichen wird (Gleichgewicht bei Unterbesch√§ftigung). Die neoklassischen Anpassungsmechanismen zur Vollbesch√§ftigung werden kurzfristig au√üer Kraft gesetzt. Neuere Entwicklungen in der Besch√§ftigungstheorie gehen dahin, dass nicht mehr mit Gleichgewichtsm√§rkten, sondern mit der Nichtr√§umung von M√§rkten operiert wird (Ungleichgewichtstheorien im Rahmen der neuen Mikro√∂konomik und der neuen Makro√∂konomik).
 
Konzeptionen zu einer effizienten Beschäftigungspolitik verändern sich mit den herrschenden ökonomischen Paradigmen und den Erfahrungen beim Einsatz beschäftigungspolitischer Instrumente. Man unterscheidet v. a. keynesianische und neoklassisch-monetaristische Konzeptionen sowie Strategien im Rahmen der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik. J. M. Keynes betrachtete Unterbeschäftigung als Folge einer im Vergleich zum Produktionspotenzial zu geringen gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und setzte sich damit wie mit der daraus abgeleiteten Forderung nach staatlicher Beschäftigungspolitik in Gegensatz zu den klassischen Nationalökonomen, die an die Selbstheilungskräfte der Marktwirtschaft auch am Arbeitsmarkt glaubten. Keynesianische Beschäftigungspolitik konzentriert sich im Rahmen der Nachfragesteuerung (Globalsteuerung) in Rezessionsphasen auf kreditfinanzierte staatliche Ausgabenprogramme oder Steuersenkungen zur Stärkung der privaten Konsum- beziehungsweise Investitions- und damit der gesamtwirtschaftlichen Endnachfrage.
 
Da der Keynesianismus die mangelnde F√§higkeit der Marktwirtschaft zur automatischen Herstellung des Gleichgewichts am Arbeitsmarkt darauf zur√ľckf√ľhrt, dass die Reall√∂hne nicht hinreichend flexibel sind, ist die Einkommenspolitik ein weiterer Ansatzpunkt keynesianischer Besch√§ftigungspolitik; die Bereitschaft zur Zur√ľckhaltung bei Nominallohnforderungen seitens der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften h√§ngt u. a. davon ab, dass keine unerwarteten Erh√∂hungen der G√ľterpreise die Nominallohnzur√ľckhaltung real entwertet. Eine Abstimmung zwischen Gewerkschaften und Unternehmerverb√§nden soll die Lohn-Preis-Lohn-Spirale durchbrechen und damit die Inflationsgefahr eind√§mmen. Es gibt aus keynesianischer Sicht jedoch einen dauerhaften Zielkonflikt zwischen Vollbesch√§ftigung und Preisniveaustabilit√§t. √úbersteigt die Inflationsrate die Zuwachsrate der Nominallohns√§tze, dann sinkt der Reallohnsatz: Wenn der Reallohnsatz zun√§chst √ľber dem Niveau bei Vollbesch√§ftigung lag, dann wird aufgrund des nunmehr verminderten Lohnsatzes eine Ann√§herung an das Arbeitsmarktgleichgewicht bewirkt; ein (unerwarteter) Anstieg der Inflationsrate hat auf diese Weise ein Sinken der Arbeitslosenquote zur Folge (Phillips-Kurve). Diese Sicht eines Zielkonflikts zwischen Preisniveaustabilit√§t und Vollbesch√§ftigung wird von den Monetaristen zur√ľckgewiesen: Es gibt langfristig keinen Zielkonflikt, da die Inflationsratenentwicklung relativ rasch von den Wirtschaftssubjekten korrekt in ihr Verhalten einbezogen wird. Folglich wird eine inflation√§re Geldpolitik als ungeeigneter Ansatzpunkt der Besch√§ftigungspolitik angesehen.
 
Die monetaristisch-neoklassische Auffassung betrachtet √ľberh√∂hte Reallohns√§tze, verkrustete Arbeitsmarktstrukturen und eine die Wirtschaftssubjekte verunsichernde wirtschaftspolitische Stop-and-go-(Brems-und-Beschleunigungs-)Strategie als Hauptursachen von Arbeitslosigkeit. Produktivit√§tsorientierte Lohnpolitik, Verstetigung der Geld- und Fiskalpolitik (z. B. Zielvorgaben f√ľr das Wachstum der Geldmenge) sind deshalb Ansatzpunkte Erfolg versprechender Besch√§ftigungspolitik. Hinzu kommen aus angebotstheoretischer Sicht F√∂rderung der internationalen Wettbewerbsf√§higkeit, Deregulierung und Reform beziehungsweise K√ľrzung von Sozialleistungen, um mehr Besch√§ftigung dauerhaft rentabel zu machen. Eine hinreichende Investitions- und Innovationsdynamik sind Basis f√ľr die Schaffung und Erhaltung auch im internationalen Wettbewerb sicherer Arbeitspl√§tze. Dies setzt besonders in L√§ndern mit hohen Arbeitskosten technischen Fortschritt und eine hohe Kapitalausstattung der Arbeitspl√§tze voraus.
 
Neuere theoretische Ans√§tze (¬ĽEurop√§isches Arbeitsmarktmodell¬ę) charakterisieren den Arbeitsmarkt durch eine Lohnsetzungs- und eine Preissetzungskurve, in denen sich die Anspr√ľche der Arbeitsnehmer beziehungsweise der Unternehmer an das Inlandsprodukt zwischen den Koordinaten Reallohn und Besch√§ftigung niederschlagen. Im Schnittpunkt dieser Kurven besteht ein Gleichgewicht am Arbeitsmarkt ohne Vollbesch√§ftigung, auch NAIRU (Abk√ľrzung f√ľr englisch non accelarating inflation rate of unemployment) genannt. Der zu diesem Schnittpunkt geh√∂rende Besch√§ftigungsgrad determiniert die H√∂he der NAIRU-Arbeitslosigkeit, die auch als nat√ľrlich oder strukturell verursachte Arbeitslosigkeit bezeichnet wird. Arbeitslosigkeit in dieser H√∂he ist mit den Anspr√ľchen der Arbeitsnehmer und der Unternehmer an das Inlandsprodukt vereinbar und hat dieser Theorie zufolge die Eigenschaft, die Anspr√ľche beider Marktseiten zu beeinflussen und im Grenzfall kompatibel zu machen. Dabei wird - im Gegensatz zur vollst√§ndigen Konkurrenz - Preis- und Lohnsetzungsmacht der Wirtschaftssubjekte unterstellt. Die auftretende Arbeitslosigkeit ist unfreiwillig, da Arbeitslose bereit w√§ren, zum gegebenen Lohnsatz Arbeit anzunehmen, aber keinen entsprechenden Arbeitsplatz finden. Hier erkennt man Elemente der keynesianischen Theorie; wesentlicher Unterschied ist aber, dass eine Arbeitslosenquote im l√§ngerfristigen Gleichgewicht, wie sie v. a. in Westeuropa seit langem zu beobachten ist, betrachtet wird und nicht die Arbeitslosigkeit eher kurzfristiger Konjunkturzyklen. Die Theorie impliziert folegenden Ablauf: Bei gegebenen Realzins und gegebener G√ľternachfrage ist der Umfang der Besch√§ftigung und damit auch die H√∂he der Arbeitslosigkeit und die Inflationsentwicklung festgelegt. Ist die Arbeitslosigkeit zun√§chst kleiner als die NAIRU, wird die Inflation ansteigen, weil Arbeitnehmer h√∂here L√∂hne als mit der NAIRU vereinbar fordern werden. Auf die daraus resultierende √úbernachfrage reagieren die Unternehmer mit √ľberproportional steigenden Preisen, was wiederum die Reall√∂hne senkt. Diese Spirale f√ľhrt letztlich zu fortschreitender Inflation. Wird diese von der Zentralbank durch geldpolitische Ma√ünahmen gestoppt oder zur√ľckgef√ľhrt, verringert sich die Besch√§ftigung und die damit ansteigende Arbeitslosigkeit r√ľckt wieder in den Bereich der NAIRU.
 
In den westlichen Industriel√§ndern hat der Staat in den letzten Jahren verst√§rkt durch selektive Ma√ünahmen (Strukturpolitik) Besch√§ftigungspolitik betrieben; hierzu z√§hlen Ma√ünahmen wie die F√∂rderung der beruflichen Weiterbildung, der Arbeitsbeschaffung, Strukturanpassungsma√ünahmen, Reduzierung des Arbeitsangebots (z. B. Alters√ľbergangsgeld) und die F√∂rderung der regionalen Mobilit√§t der Produktionsfaktoren (Regionalpolitik). Umstritten ist dagegen die besch√§ftigungspolitische Wirksamkeit einer generellen Verk√ľrzung beziehungsweise einer st√§rkeren Flexibilisierung der Arbeitszeit.
 
Nach relativen Erfolgen keynesianischer Besch√§ftigungspolitik in den 60er- und fr√ľhen 70er-Jahren kam es bei anhaltender Unterbesch√§ftigung im Zusammenhang mit dem konjunkturpolitisch bedingten Anstieg der Staatsausgaben zu hohen Haushaltsdefiziten und √∂ffentlichen Schulden, die die Zinsausgaben des Staates erh√∂hten, die Ausgabenflexibilit√§t und die staatlichen Investitionsausgaben nachhaltig einschr√§nkten. Subventionen und protektionistischen Ma√ünahmen in Verbindung mit staatlichen Besch√§ftigungs- und Konjunkturprogrammen minderten zudem die F√§higkeit der Unternehmen, sich Strukturver√§nderungen anzupassen.
 
Anfang der 80er-Jahre setzten sich im Zuge der zweiten √Ėlpreiskrise in zahlreichen westlichen Industriestaaten monetaristische beziehungsweise neoklassisch-angebotstheoretische Ans√§tze der Besch√§ftigungspolitik (Reaganomics, Thatcherismus) durch, ohne dass damit das Kernproblem entwickelter Industriegesellschaften, die Unterbesch√§ftigung, gel√∂st werden konnte. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit Anfang der 90er-Jahre sowie der hohe Arbeitslosensockel in fast allen Industriestaaten belegen den Bedarf an neuen Instrumenten der Besch√§ftigungspolitik, und zwar sowohl auf der Angebots- als auf der Nachfrageseite. So werden auch internationale Ma√ünahmen wie Arbeitszeitverk√ľrzung ohne vollen Lohnausgleich, √∂ffentliche F√∂rderung eines zweiten Arbeitsmarktes, Verst√§rkung der Teilzeitarbeit, Kombination von Tarif- und Gewinnbeteiligungsl√∂hnen, Lohnkostenzusch√ľsse f√ľr untere Einkommensgruppen nach dem Prinzip einer negativen Einkommensteuer, aber auch eine grunds√§tzliche Reform der Globalsteuerung diskutiert.
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Finanzpolitik · Geld · Investition · Keynesianismus · klassische Nationalökonomie · Lohn · Monetarismus · Stabilitätspolitik
 
 
K. G. Zinn: Makro√∂konomie. Einf√ľhrung in die Einkommens- u. Besch√§ftigungstheorie (71998);
 
Europäische Beschäftigungspolitik in der Arbeitswelt 2000. Zeitgemäße wirtschaftspolitische Maßnahmen zur wirkungsvollen Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, hg. v. R. Weinzierl (Wien 1999);
 O. Landmann u. J. Jerger: Beschäftigungstheorie (1999);
 
Arbeitsmarkt u. B., hg. v. H. Berg (2000);
 
Arbeitsmarkt- u. Beschäftigungspolitik in der EU, hg. v. H.-W. Platzer (2000);
 
Globalisierung, Strukturwandel u. B., Beitrr. v. J. Kleinert u. a. (2000);
 A. Jöhnk: Angebotssteuerung u. B.. Eine makroökonomische Analyse aufkommensneutraler Politikkombinationen (2000);
 N. G. Mankiw: Makroökonomik (a. d. Amerikan., 42000);
 
Bildung u. Beschäftigung, hg. v. R. K. von Weizsäcker (2001);
 W. Eichhorst u. a.: Benchmarking Deutschland: Arbeitsmarkt u. B.(2001);
 
Europ√§isches Besch√§ftigungsobservatorium. Bericht vom Fr√ľhjahr 2001, hg. v. Europ√§ische Kommission (Luxemburg2001);
 
Globalization, employment, and the workplace. Diverse impacts, hg. v. Y. A. Debrah u. a. (London 2002).
 
Hier finden Sie in √úberblicksartikeln weiterf√ľhrende Informationen:
 
Beschäftigung: Beschäftigung und Arbeitslosigkeit
 
Beschäftigung: Inflation und Beschäftigung
 

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Be|sch√§Ő£f|ti|gung, die; -, -en: 1. a) T√§tigkeit, mit der man seine Arbeits- od. Freizeit ausf√ľllt: eine langweilige, interessante, zeitraubende B.; Es ist sinnlos, was ich tue. Aber ich muss B. haben (Remarque, Westen 157); jmdn. bei/in seiner B. st√∂ren; f√ľr B. ist gesorgt (scherzh.; an Arbeit wird es nicht fehlen); b) bezahlte T√§tigkeit, berufliche Arbeit: eine lukrative B. finden; Ich m√∂chte eine sitzende B. (Sobota, Minus-Mann 355); seiner B. nachgehen; ohne B. (arbeitslos) sein. 2. <o. Pl.> das Sichbesch√§ftigen (2 a): B. mit Fragen der Politik. 3. <o. Pl.> das Besch√§ftigen (3 a), Besch√§ftigtsein; Anstellung: die B. von Gastarbeitern; die B. einer weiteren B√ľrokraft; die B. im Staatsdienst.

Universal-Lexikon. 2012.

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